RAM – Viel hilft viel?

ram

Was tut der RAM? Wie kann ich über effiziente RAM-Auslastung meinen PC schneller machen? Und was zur Hölle treibt Google Chrome? RAM Optimierung für Windows 7, 8 und 10.

Wie viel RAM kann ich verwenden?

RAM ist der Random Access Memory. Er ist das Kurzzeitgedächtnis eures PCs, in dem der Rechner die Informationen speichert, mit denen er gerade arbeitet. Ihn „sauber“ zu halten, ist häufig der größte Geschwindigkeitsvorteil, den ihr eurem PC antun könnt.
Grundsätzlich muss man mal erst verstehen, dass euer PC nur eine bestimmte Menge RAM verwalten kann. Schon viel zu oft habe ich Systeme in der Hand gehabt, deren Besitzer in RAM investiert haben, das System die teuren Riegel aber gar nicht ansteuern konnte. Dafür müsst ihr als erstes herausfinden, ob euer System ein 32 oder ein 64 Bit System ist. Startet dafür den Windows Explorer, klickt auf der linken Seite mit der rechten Maustaste auf „Dieser Computer“ und wählt Eigenschaften. Nun geht ein Fenster auf, in dem sich auch der Systemtyp offenbart.
systemtyp
Hier seht ihr z.B. ein 64-Bit System. Steht an dieser Stelle bei euch 32-Bit, braucht ihr an eine Erweiterung wahrscheinlich gar nicht zu denken: 32-Bit Systeme können maximal 4 GB RAM verwalten. Ihr müsst dann also mal erst ein Windows mit 64-Bit installieren, bevor es weiter gehen kann. Danach kommt es auch auf die Windows Edition an. Windows Starter und Home Basic können maximal 8 GB RAM nutzen, Home Premium 16 GB und alle anderen Versionen 192 GB.

Wie viel RAM ist sinnvoll?

Für einen normalen Rechner, auf dem Ihr im Internet surft, dann und wann einen Brief schreibt und eure Steuererklärung macht, sind 4 GB ausreichend, wenn der Rechner „gut gepflegt“ ist. Kommen komplexere Anwendungen wie große Datenbanken und anspruchsvollere Spiele hinzu, sind 8 GB die Zahl der Wahl. Für reinrassige Gaming-Maschinen, Entwickler-Rechner oder zum Betreiben virtueller Maschinen werde ich hier keine konkreten Angaben machen. Je nach Anwendung können 8 GB reichen oder 32 GB zu wenig sein. Da braucht ihr eine individuelle Beratung.

Wie voll ist der RAM?

Klickt mit der rechten Maustaste unten auf einen freien Bereich der Taskleiste und wählt den Task-Manager aus. Klickt dann auf „Leistung“. Neben anderen Werten sehr ihr die Auslastung des RAMs. Wählt ihr oben „Prozesse“ aus, wird euch angezeigt welches Programm wie viel RAM verwendet. Beachtet, dass ihr eventuell unten noch auf „Prozesse aller Benutzer anzeigen“ (Windows 7) oder „Weitere Details“ (Windows 8 & 10) klicken müsst, um wirklich alle Prozesse zu sehen, die gerade RAM verwenden. Solltet ihr diesen Blog mit Google Chrome betrachten, wartet dann wahrscheinlich schon der 1. kleine Herzinfarkt auf euch.

Oh Gott, der RAM ist voll?!

Chrome und der RAM

Chrome und der RAM

Seit Windows 95 hat Microsoft gute 15 Jahre die Computerbenutzer darauf konditioniert, dass ein voller RAM gleichbedeutend mit einem langsamen System ist. Seit Windows 7 hat sich der Wind etwas gedreht und so langsam kommt eine Erkenntnis, die Linux, MacOS und Windows-Server schon lange erlangt haben, auch beim Desktop Windows an: „Ich hab für den Scheiß-RAM teuer Geld bezahlt, dann soll mein Computer den gefälligst auch benutzen!“
Kurz um: voller RAM kann ein Zeichen für ein effizient ausgenutztes System sein, kann aber auch auf Probleme hindeuten. Grundsätzlich sollte ein frisch gestartetes Windows, auf dem noch kein Programm gestartet wurde, nicht mehr als 2 GB RAM belegen. Ist das bei euch anders, läuft da Mist im Hintergrund, den ihr garantiert nicht braucht. Sind ein paar Anwendungen gestartet, kann die RAM Auslastung schnell ganz enorme Ausmaße annehmen, die aber nicht unbedingt ein Problem bedeuten. Es gibt „gute“ und „schlechte“ RAM-Fresser.
Das Musterbeispiel für einen „guten RAM-Fresser“ ist Google Chrome. Google geht mit eurem RAM extrem verschwenderisch um, solange RAM frei ist. Chrome wird genügsamer, wenn kein RAM mehr verfügbar ist. Das gilt aber leider nicht für viele Anwendungen.

„Schlechte RAM-Fresser“ identifizieren und ausschalten

Als erstes: lasst die Finger von Tools wie TuneUp-Utils, RAM-Cleaner, Tweaker oder sonstige Tools, die euch versprechen, dass sie auf Mausklick euren PC schneller machen. Das meiste ist grober Schrott, mit dem Ihr euch keinen Gefallen tut. Wir wollen hier lieber eine Systemreinigung mit den Windows eigenen Tools durchführen. Da die Systemsteuerung in den Windowsversionen sehr unterschiedlich aussieht, benutzen wir die Schnellbefehle, die immer gleich sind (außerdem können dann die Fortgeschrittenen hier vielleicht auch noch was lernen).
Haltet die Windows-Taste gedrückt und drückt „r“. Es erscheint der Ausführen-Dialog. Tippt ein: appwiz.cpl (Enter)
Nun erscheint eine Liste mit der gesamten Software, die auf eurem PC installiert ist. Geht diese Liste durch und schaut mal, was ihr nicht mehr braucht, oder sich ohne euer Wissen installiert hat. Klassiker wären hier alle Programme, die irgendwas mit „Suchleiste“ oder „Searchbar“ im Namen tragen.
Es gibt ein paar Programme, die sich auf vielen Systemen finden, die ihr eventuell nicht kennt aber braucht. Deinstalliert deshalb besser nicht, was folgendes im Namen trägt: „.Net Framework“, „Microsoft (irgendwas) Redistributable“, „Java“ und „OpenAL“. Installiert ihr eines dieser Programme, stehen eure Chancen ganz gut, dass danach irgendeine Software nicht mehr funktioniert, die ihr eigentlich behalten wolltet.
Seid ihr damit fertigt, greift noch mal geschmeidig nach Windows+R und tippt jetzt ein: msconfig (Enter)
Im neuen Fenster wählt ihr „Systemstart“ und seht jetzt alle Programme, die Windows beim Hochfahren mitstartet. (Windows 7, Windows 8&10 leiten euch hier in ein anderes Menü mit der gleichen Funktion um). Seid ruhig mal erst großzügig beim Deaktivieren. Wählt alles ab, was ihr nicht braucht oder identifizieren könnt. Startet danach Windows neu. Fehlt jetzt etwas, das ihr noch braucht, aktiviert es einfach wieder.

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